Warum die Haltung in der Außenvoliere so toll ist

Ich habe mir oft Gedanken darüber gemacht ob ich meine Papageien richtig halte und das mache ich mir heute auch noch täglich. Man versucht immer etwas zu verbessern und noch schöner und größer und toller zu machen, damit sich die zwei auch pudelwohl fühlen.

Ich habe auch sehr oft an der reinen Außenhaltung gezweifelt. Denn die Vögel sind sehr weit weg von einem. Man sieht sich nicht ständig und ist auf Abstand. Ich hatte Angst, dass sich die zwei Kleinen da drinnen ihre eigene Welt schaffen, nie an mich denken und ich ihnen so gut wie egal bin. So dass die Bindung mit der Zeit immer mehr abnimmt.. Jetzt nach ungefähr einem dreiviertel Jahr Außenhaltung muss ich sagen, dass es schöner, gesünder und vor allem angenehmer für beide Seiten ist.

Die Papageien in ihrer eigenen "großen" Welt.

Ein sehr schöner Vorteil für die Kleinen ist es, dass sie einfach sau viel Platz haben. Und zwar in der Tiefe 2 Meter, ebenso in der Höhe und in der Länge ganze 4 Meter. Das hätte ich den beiden im Haus nie bieten können. Da wäre bei 1 Meter 50 schon Schluss gewesen. Und wenn man zwei so "große" Vögel hält, ist das schon ein ziemlich kleiner Platz zum Fliegen, Spielen, Schreddern, Baden, Schlafen und Fressen.

Natürlich hätten sie so oft Freiflug bekommen wie es nur gegangen wäre, doch hier sind wir schon bei der zweiten Sache:

Der tägliche Freiflug

Ich bin bin im Moment noch in einer Ausbildung und habe damit auch sehr viel zu tun. Ich bin so gut wie den ganzen Tag weg und muss dann auch irgendwann noch lernen. Ich weiß, das sind nicht unbedingt die besten Vorraussetzungen für eine Papageienhaltung, doch ich sage euch warum es doch geht. Und zwar brauche ich meinen beiden keinen beaufsichtigten Freiflug bieten, da sie diesen sicheren und doch so wichtigen Freiflug den ganzen Tag über haben. Wenn sie das Bedürfnis dazu verspüren um zu fliegen, dann tun sie es. und sie haben 4 Meter Platz um hin und herzuflitzen. Und ich sage euch: Es gibt nichts schöneres, wie deine Lieblinge fröhlich und voller Elan durch die Voliere flitzen zu sehen.

Am Abend wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, dann bin ich in der Voliere und treffe auf zwei ausgeglichene Vögel, die schon ganz müde sind. Hier bekommen die beiden ihr Abendessen, es wird (wenn beide Lust dazu haben) ein wenig trainiert und gekuschelt. Und meistens gehen die beiden dann schon in ihr Schlafhäusschen wenn ich noch auf der Couch im Schutzhaus sitze. Am Wochende hab ich dann natürlich viel mehr Zeit für Leonie und Leon.

Die Liebe zum Zerstören und Vernichten.

Jeder der schonmal einen Krummschnäbel gehalten hat der weiß, alles was nicht zu hart für die starken Schnäbel ist, wird kaputt gemacht. Und das ich nicht nur das Ästchen, das man vom Apfelbaum gepflückt und in den Käfig/ in die Voliere gesteckt hat. Wenn man nur eine Sekunde nicht aufpasst, werden alle deine Lieblingsbücher im Nu vernichtet. In der Außenvoliere stört mich das nicht. Schließlich lasse ich dort meine Lieblingsbücher nicht liegen. Alles was sich in der Voliere befindet gehört ihnen und darf von mir aus, sofern sie es schaffen, auch geschreddert werden.

So habe ich mit Hilfe meines Vaters auch einen seeehr großen Ast von unserem Apfelbaum abgesägt und in die Voliere gestellt. Für Leon und Leonie ist das ein Highlight. Denn die beiden können so viel klettern und kaputt machen wie sie nur wollen. Das einzige Problem: Sie schleifen sich ihren Schnabel so gut und oft daran, dass der richtig schneidet, wenn ich mit den beiden spiele :D Aber das ich nur für mich ein Problem, das mich nicht weiter stört, da ich weiß, dass das alles gut so ist. Ich musste meinen beiden in ihren 3 Lebensjahren noch nicht einmal die Nägel schneiden oder den Schnabel feilen, da sie das alles selbst durch die rauen Äste machen.

Wind, Regen Schnee und Sonne.

Unsere Papageien brauchen frische Luft! Und da schadet es auch nicht, wenn die Kleinen mal nicht ihre 30 Grad bekommen. Natürlich sollte man jetzt keinen Vogel, der 10 Jahre im Haus bei Mindesttemperaturen von über 20 Grad gewöhnt ist, raus in den Winter setzen. Hierfür fehlt das benötigte Immunsystem und das dichte Untergefieder. Doch im Sommer raus in die Sonne (Achtung: Nicht in die direkte Sonne). Mit der Zeit gewöhnt sich der Vogel an das Wetter. An den Wind, an den Regen und natürlich auch an die etwas frischeren Temperaturen. Er bekommt wenn es kälter wird ein dichtes Daunenuntergefieder und kann es deshalb auch bei etwas kühleren Temperaturen ohne Probleme aushalten. Es sollte natürlich immer ein beheizter Schutzraum zu Verfügung stehen, wo es immer so 12-15 Grad warm ist.

Doch das coole ist, dass dein Vogel selbst weiß was er gerade braucht und mit durch die Außenvoliere auch die Möglichkeit dazu hat es umzusetzen. Ich war letztens erst auch total geschockt weil die beiden bei nur 4 Grad in der früh draußen in der Kälte saßen und ihr Morgenkonzert abhielten. Doch man hat es ihnen ganz klar angesehen: Es war ihnen drinnen zu warm, deswegen sind sie für eine halbe Stunde nach draußen gegangen um frische Luft zu schnappen. Wir wir Menschen eben. :)

Es gibt sicherlich noch viel viel mehr Vorteile der Haltung in einer Außenvoliere. Doch dieser Blogeintrag würde viel zu lang werden und einige fallen mir im Moment auch gar nicht ein.

nur so knapp zusammengefasst:

Ich muss viel weniger putzen und aufräumen, wie wenn die zwei im Haus ihre Anschläge verüben würden und für die Gesundheit der beiden ist es auch soooo ein großer Vorteil. Vögel brauchen nunmal Wind und Wetter. Außerdem können die beiden auch Vogel bleiben, da sie auch einfach nur Zeit für sich haben. Ohne dass ein Mensch Einfluss darauf hat oder sie bei irgendetwas stört. Auch die Schlafenszeiten sind so viel saisonaler und gesünder. Im Haus müssten sie sich nach dir richten. Draußen schlafen sie so lange und wann sie wollen. Also solltet ihr auch nur irgendwie die Möglichkeit haben, eure Papageien draußen halten zu können, tut es! :-) Wenn du bis hierhin gelesen hast, dann sage ich Respekt, du interessierst dich wirklich! :)

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