Fragen, die sich jeder Rostkappen-Besitzer früher oder später stellt.

Jeder von euch, der sich Papageien zugelegt hat und alles richtig machen möchte weiß, dass es anfangs so unendlich viele Fragen gibt. Das sind alles so kleine Dinge, die man sich dann irgendwann selbst beantworten muss, weil es nicht anders geht. Auf einmal ist dieses Problemchen wie weggeblasen. Es ist Alltag geworden, denn durch die tägliche Routine kommen solche Fragen nicht mehr auf. Doch bis man das alles herausgefunden hat, kann man schon einige Fehler machen.

Falls ihr überlegt euch ein Rostkappenpapageien-Paar zu holen, oder euch vor kurzem eines geholt habt, kommen oder kamen diese paar Fragen, die ich euch gleich beantworten werde, bestimmt auf. Damit ihr euch dann nicht unsicher fühlen müsst, versuche ich euch hier mit diesem Eintrag ein wenig zu helfen. Beachtet jedoch, dass das unten beschriebene Verhalten meiner Rostkappen alles Erfahrungswerte von mir sind. Es muss also nicht heißen, dass es auf eure kleinen Clowns ebenso zutrifft oder zutreffen wird.

1. Wieviel Futter brauchen Rostkappenpapageien und hören sie von alleine auf zu fressen wenn sie satt sind ?

Grundsätzlich zum Futter für Rostkappenpapageien sollte man sich diese Zahlen gut merken:

Täglich: 70 - 80% Frischfutter wie Obst und Gemüse

30-20% Körnerfutter

Hier kann es immer wieder ein wenig abweichen. Das regelmäßige Wiegen (1x pro Woche) eurer Rostkappenpapageien ist wichtig, da ihr zum einen erkennen könnt, ob eure Vögel zu viel zunehmen oder ob sie an Gewicht verlieren. (Das Normalgewicht solltet ihr mit eurem vogelkundigen Tierarzt absprechen. Auch hier kann es von Vogel zu Vogel zum Teil starke Abweichungen geben.) Kann man sich beide Auffälligkeiten nicht wirklich erklären, weil sie immer richtig gefüttert werden, solltet ihr das Gewicht eurer Papageien noch öfter kontrollieren und Tagebuch führen. (1x pro Tag) Normalisiert sich das Gewicht nach ein paar Tagen nicht von alleine wieder, heißt es: Ab zum vogelkundigen Tierarzt, denn das ist dann nicht mehr normal. Durch diese Früherkennung einer Krankheit kann sie besser und schneller behandelt werden. Das erspart einiges an Leiden eurer Vögel und ihr spart euch Nerven, Geld und Zeit.

Jetzt habe ich euch oben ein paar Prozentzahlen zugeworfen. Doch was heißt das jetzt konkret für mich?

Ich persönlich mache das Tag für Tag immer so: 2 Schüsseln aus Ton (Durchmesser ca. 15 cm) mit verschiedenem kleingeschnittenen Obst und Gemüse (je kleiner die Stückchen, desto besser wird es angenommen. Und das gilt sogar für den großen Ara :-D)

In zwei weitere Tonschüsseln, die flacher sind, kommen jeweils 1 1/2 Esslöffel Körnerfutter. Also praktisch 1 1/2 Esslöffel pro Vogel.

Mein Körnerfutter kaufe ich bei Rico's Futterkiste. Die Körner werden vor dem Verkauf nämlich auf Pilze, Schimmel und sonstige Krankheitserreger geprüft. Dann werden sie super gelagert bis sie zum Kunden kommen. Zudem ist hier ein super Preis-Leistungs-Verhältnis gegeben. Für Rostkappenpapageien bitte nur das Amazonenfutter kaufen. Im restlichen Futter sind viele Sonnenblumenkerne enthalten, das deine Lieblinge schnell zu dick werden lässt. Und die häufigste Todesursache von Papageien in Deutschland ist das Übergewicht. Und das wollen wir schließlich vermeiden.

Anfangs hatte ich das Futter vom Loro Parque. Hier sind selbst in der Amazonenmischung viel zu viele Sonnenblumenkerne und lauter andere Zusatzmittelchen wie getrocknete Chilli, Cornflakes .. und und und enthalten. Was passiert: Eure Rostkappenpapageien sind nicht dumm und picken sich die besten Körner raus. Was schmeckt am Besten? Klar, das was am meisten dick macht. Also rein mit den Sonnenblumenkernen bis es nicht mehr geht. Und das sollte nicht sein.

Rico's Futterkiste hat wirklich eine super Mischung kreirt, die abwechslungsreich, zusätzlich noch gesund ist. UND jetzt kommt das Beste: Es schmeckt!!! Meine Rostkappen sind verrückt nach diesem Futter und fressen jedes kleinste Krümelchen auf. So solls sein.

Und so Knurren und Fiebsen die Kleinen wenn sie fressen und es mal wieder richtig richtig gut schmeckt:

Meistens sind die Körner dann als erstes aufgefuttert und das Obst und Gemüse wartet. Logischerweise nehmen sie sich dann das saftigste Stück um die trockenen Körner runterzuspülen... Doch dann sind sie erstmal satt. Und das merkt man ihnen an. Würde ich die Körnerschüssel dann nochmal auffüllen, würden sie sich natürlich nochmal drauf stürzen. Aber das soll nicht sein. Die 1 1/2 Esslöffel pro Vogel am Tag sind genug.

Obst und Gemüse ist dann den ganzen Tag verfügbar. Bitte achtet aber immer darauf, dass es nicht verdirbt! Gerade im Sommer ist es wichtig, kleinere Portionen anzubieten und immer wieder Neues anzubieten. Beim Obst und Gemüse picken sich die Kleinen übrigens auch immer nur das Beste raus. Und das sind dann meistens die süßen Trauben, Äpfel, Bananen, saftige Orangen, etc. Auch hier darauf achten, dass auch mal saure Kiwis, Granatapfel, Gurke, Karotte, etc. dabei sind. Und immer so dosiert, dass das "nicht so leckere" ein wenig überwiegt.

- so finde ich den Futterplatz am Morgen auf.. ein reines Schlachtfeld... -

1x die Woche Kochfutter rundet die gesamte Ernährung noch mit wertvollen Vitaminen und Mineralien ab.

Nicht zu vergessen sind Nahrungsergänzungmittel, denn einige Vitamine, die eure Rostkappenpapageien auf jeden Fall brauchen, können sie nicht von alleine produzieren und können wir ihnen auch durch eine ausgewogene Ernährung leider nicht zu Genüge anbieten.

Ihr sehr schon, gar nicht so wenig Dinge, auf die man achten muss. Über die ausführliche Ernährung von Rostkappenpapageien werde ich bald noch einen extra Eintrag veröffentlichen, sonst würde dieser Eintrag viel zu lang werden.

2. Meine jungen Rostkappenpapageien haben noch kein so großes Nagebedürfnis an Holz und harten Elementen. Kommt das noch?

Ja, ein junger Rostkappenpapagei ist erst mit 1 - 2 Jahren wirklich vollständig "ausgewachsen". Dabei ändert sich an der generellen Größe nichts mehr. Jedoch in der Entwicklung des Körpers. Dazu gehören zum Einen natürlich auch der Schnabel. Als Babys haben die kleinen ja einen so weichen gummiartigen Schnabel, dass er so stark verbogen werden könnte, dass sich später starke Fehlbildungen sichtbar machen. Das kann zum Beispiel bei der Handaufzucht mit Spritze passieren, wenn die Spritze falsch, oder immer nur von einer Seite zugeführt wird.

- Meine Leonie hat durch die Spritze auch eine kleine Fehlbildung ihres Schnabels. Der kleine Überbiss wächst immer wieder nach und muss vom TA geschnitten werden. Aber es beeinträchtigt sie zum Glück in keinster Weise -

Mit der Zeit wird der Schnabel immer härter und das Nagebedürfniss immer stärker. In den jungen Kindermonaten bevorzugen die Kleinen eher weichere Materialien. Zum Nagen kann man hier frische Zweige von Obstbäumen, Kork, Küchenpapier, etc. anbieten.

Man merkt es selbst mit der Zeit, dass die Kleinen groß werden und "härteren Stoff" brauchen :-D.

Die frischen, dünnen Zweige sind innerhalb von 2 Minuten kleinholz und es wird etwas Besseres erwartet. Dann kann man auch dickere Äste zum Knabbern anbieten und eure Holzmöbel sind vor den Krummschnäbeln ebenfalls nicht mehr sicher. Um sie trotzdem ein wenig zu schützen, bietet euren Rostkappenpapageien immer abschwechslungsreiches Holz/Äste/ Zweige zum Schreddern an. Lobt sie wenn sie den Ast zerstören, seid konsequent und sagt immer wieder "NEIN" wenn sie an eure Möbel gehen. Irgendwann verstehen sie es und es wird einfacher mit ihnen in der Wohnung zu leben.

Falls bei euch noch mehr Fragen auftauchen sollten, könnt ihr euch sehr gerne bei mir melden und ich beantworte sie auch in Form eines Blogeintrags, wenn ihr es denn auch möchtet.

An dieser Stelle will ich mich ganz Herzlich bei Sascha und Tonia bedanken, die mir diese Fragen gestellt haben und damit einverstanden waren, dass ich einen Blogeintrag darüber verfasse. Hier ein Bild von ihrem kleinen Solis. Auch herzlichen Dank dafür. Ich freue mich immer über liebe Fotos von euren Rostis oder gerne auch andere Papageien.

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