Die Haltung

der Rostkappenpapageien

Falls du mit dem Gedanken spielen solltest, dir ein Rostkappenpapageienpärchen anzuschaffen, hab ich hier ein paar wichtige Tipps bezüglich der Haltung. Schließlich sollen sich die Vögel auch wohl fühlen und lange bei Ihnen bleiben, um dein Leben zu bereichern. Der Rostkappenpapagei wird in vielen Fällen der Begleiter durchs Leben, da sie eben bei guter Haltung bis zu 30 Jahre alt werden können.
Einige wurden sogar schon älter. :) 

 


Grundsätzlich zu Beginn schon mal: Der Papagei ist ein Vogel. Das heißt er kann fliegen und muss das auch regelmäßig, um gesund zu bleiben.
Auch wenn unsere Rostkappenpapageien eher gute Kletterer als Flieger sind, verspüren sie oft das Bedürfnis zum Freiflug. Meine zwei haben mindestens einmal am Tag eine Phase an der sie wie verrückt durch das Papageienzimmer fliegen bis sie fast außer Atem sind. Danach sind sie zufrieden und sind ruhiger. Klar, so ne sporliche Aktion kann auch anstrengend werden ;-)

 


Deshalb darf der Käfig für den Rostkappenpapagei keinen dauerhaften Aufenthaltsort darstellen. Wenn der Papagei den größten Teil des Tages im kleinen Käfig verbringt und nur ein, zwei Stunden rausgelassen wird, kann das zu schwerwiegenden Krankheiten und vor allem Verhaltensstörungen führen, da diese Tiere sehr intelligent sind und nachdenken. Vergleichbar ist es in etwa mit der Haltung einer Katze oder eines Hundes. Würde man diese Tiere auch nur 2 Stunden am Tag laufen lassen und sie danach wieder in einen Zwinger stecken, wäre die Lebenserwartung auf keinen Fall so hoch wie erwartet und Verhaltensstörungen würden mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Das Gleiche wird dem Papageien auch geschehen. Im Allgemeinen ist daraus zu schließen, dass der Vogel weniger Zeit im Käfig verbringen soll, je kleiner der Käfig letztendlich ist. 

 


Die Vorraussetzungen für die richtige Käfiggröße zähle ich in dem nächsten Abschnitt auf:
Der Käfig oder besser die Innen - und noch besser die große Außenvoliere mit Schutzhaus sollten auf jeden Fall so groß sein, dass der Vogel seine Flügel ausbreiten kann, um sich zu strecken, ohne dass Federspitzen das Gitter berühren. 
Deshalb ist es wichtig die Flügelspannweite zu betrachten, die überraschend groß sein kann. 
Diese kann man ganz einfach mit einem Meterstab oder einem Maßband messen und sie dann verdoppeln (da der Papagei 2 Flügel besitzt)
Die Flügelspannweite eines Rostkappenpapageis liegt bei ca. 40 cm. Ganz schön ordentlich wenn man bedenkt, dass die kleinen Clowns nur bis zu 23 cm groß werden. (gemessen vom Schwanz bis zum Kopf)
Da die Flügelspannweite eines Rostkappenpapageis wie schon angesprochen 40 cm groß ist, sollte die Käfigtiefe bei mindestens einem Meter liegen, damit der Rostkappenpapagei seine Flügel ohne Probleme ausbreiten und damit schlagen kann. Die Länge sollte ab 1,50 m losgehen, damit die Kleinen auch mal eine kurze Strecke fliegen können. :) Die Höhe ist nicht ganz so wichtig, wobei es Papageien lieben sich oben aufzuhalten. Ganz besonders unsere Rostkappenpapageien, da sie in freier Wildbahn in den höchsten Baumwipfeln des Dschungels leben. 
Wenn du deinen Rostkappen diese Maße an einem Käfig bieten kannst, ist das schonmal ein großer Schritt. Trotzdem muss der Papagei sich auch mal richtig auspowern können und für mehrere Stunden aus dem Käfig raus. Es macht ihren kleinen Artgenossen einfach mehr Spaß bei Ihnen zu sein, da es sehr gesellige Tiere sind und am liebsten überall mit hinkommen würden.

Weil unsere kleinen Kobolde sehr gut und gerne klettern, sollte der Käfig nicht nur vertikale sondern auch genug horizontale Gitterstäbe enthalten, damit deine Rostkappenpapageien besser klettern können und nicht abrutschen. Es ist auch darauf zu achten, dass die Gitterstäbe nicht kunststoffbeschichtet sind, da Papageien gerne nagen und das für den Vogel sehr gefährlich werden könnte. Die hochwertigsten Käfige bestehen aus Edelstahl, was aber auch ein ziemlicher Kostnpunkt ist. Jedoch lohnt es sich... Und wie oft kauft man sich schon einen neuen Käfig?
Die billigere Variante wäre Baustahl mit einer farbigen Einbrennlackierung.
Wichtig ist es auch, auf den Gitterabstand zu achten. Der Rostkappenpapagei darf auf keinen Fall seinen Kopf hindurch stecken können! Er könnte Panik bekommen und ersticken. 1,3 cm ist der perfekte Abstand für unsere Weißbäuche. Viele Käfige besitzen ein Gitter oberhalb der Bodenschublade. Dieses sollte man auf jeden Fall entfernen und nur die Schublade, ausgelegt mit Zeitungen oder Sand im Käfig belassen. So kann der Vogel auch mal auf dem Boden picken und heruntergefallenen Körner oder Obststückchen aufheben und er kann sich in der Nacht nicht verletzen, wenn ein Füßchen in einen Spalt gerät und der Rostkappenpapagei in Panik gerät.
Damit sich die Weißbäuche sicherer fühlen, sollte eine Seite des Käfigs geschlossen sein. Da es solche Varianten nur sehr selten auf dem Markt gibt, kann man den Käfig auch einfach mit einer Seite an eine Wand stellen. Ich empfehle euch, diese Seite von außen mit Plexiglas anzudecken,
da Papageien gerne mit dem Obst herumschleudern und sich die Flecken ganz schwer bis gar nicht mehr von der Wand entfernen lassen.
Rostkappenpapageien sind Höhlenschläfer und Brüter was bedeutet, dass ihnen bei der Haltung unter Menschen ein Schlaf- oder Nisthäusschen angeboten werden soll. Der Rostkappenpapagei fühlt sich im engen dunklen Raum mit vier Wänden einfach sicherer als im großen offenen Käfig. Wir fühlen uns ja auch nicht sehr wohl, wenn wir im großen Bett ohne Decke und Kissen schlafen müssen. 
Der Unterschied zwischen einem Nist- und Schlafkasten ist der, dass der Nistkasten einen Boden besitzt, das Schlafhäuschen nicht. Wenn du es verhindern möchtest, dass dein Weibchen Eier legt und anfängt zu brüten, solltest du auf jeden Fall zu einem Schlafhäuschen greifen. 
Dieses kannst du auch selber bauen. Für unsere Rostkappenpapageien reicht eine Größe von 17,5 cm in der Breite und 15 cm in der Höhe. Der Kasten sollte aus 20 mm starkem, hochwertigem Sperrholz bestehen. Ihre Weißbäuche werden es lieben!




 

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